Die Augenbinde, surreale Erzählung

 
Die Augenbinde 
So viele Jahre zurück, ein Seminar an der PH-Freiburg: Surrealität.
Seminarort: Schauinsland. Der zweite Tag, die Sonne ist gerade am Aufgehen, alle stolpern verschlafen und hungrig in den Wald. Die aufgehende Sonne tanzt über unsere Gesichter, gefiltert durch das filigrane Fichtendach. Schon wird es dunkel, eine Augenbinde senkt sich über mein Gesicht, ich spüre die Hand, die mich führen wird. Die Augen meines Partners, seine Hand in meiner Hand und los geht’s.
 
 Alle Sinne schärfen sich, nur es bleibt dunkel. 
Die Füße tasten vorsichtig durch eine unbekannte Landschaft, immer der Hand nach. Da ein leichtes Raunen, Bücken ist angesagt.
Jetzt ein Zweig, vorsichtiges blindes Tasten im Raum. Da ist er, ja was ist er nun, leicht beiseite schieben. Die Geräusche des Waldes so tief und weit. Da endlich, der Ruf meines Partners:
Schau! 
Für einen kurzen Augenblick darf ich die Augenbinde heben und dann wieder Dunkelheit. Das gesehene Bild hallt nach und weiter geht es. Bald habe ich alle Orientierung verloren, nur noch die Hand und plötzliche „Schaubilder“ fesseln meine Aufmerksamkeit.
 
Die anfängliche Aufregung legt sich. Ruhe und Vertrauen in die Hand und die Augen meines Partners erfüllen mich und der Wald nimmt mich auf, prickelt auf der Haut, spielt mit meinen Sinnen.

Kann es sein, das ganze Universum in einem kleinen Stück Wald?
 

Reiseziele zum surrealen Surfen in einer nicht greifbaren Welt

 

 

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